Was ist Würde wahren, darf man Menschen in Not fotografieren, und wie kann ich mitmachen? Hier findest du Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden.
Dazu haben wir noch keine Antwort. Schreib uns gern an kontakt@wuerde-wahren.de.
Würde wahren ist eine Kampagne von UNSICHTBAR e.V. gegen Fotos und Videos von Menschen in Not. Solche Bilder entstehen oft ungefragt und landen für Klicks und Reichweite im Netz. Unsere Botschaft: Sieh hin. Hilf. Aber halte nicht drauf.
So nennen Fachleute Bilder und Videos, die Armut und Leid zur Schau stellen. Menschen werden dabei auf ihr Elend reduziert, damit das Bild Aufmerksamkeit, Mitleid, Empörung oder Spenden bringt. Wir sagen es einfacher: Elend ist kein Content.
Es geht uns nicht nur um weniger Bilder im Netz. Es geht um eine Haltung. Wir wünschen uns, dass es selbstverständlich wird, nicht draufzuhalten. Dass Menschen in schwierigen Lebenslagen wieder als Menschen gesehen werden und nicht als Motiv. Und dass mehr Menschen hingehen, statt zu filmen.
Nein. Obdachlose Menschen trifft es besonders oft, weil sie nicht weggehen können. Würde wahren gilt aber für alle Menschen in Not: für Menschen in Armut, in einer Krise oder in einem hilflosen Moment.
Nein. Wir nutzen soziale Medien selbst jeden Tag, um von unserer Arbeit zu erzählen. Es geht uns nicht um die Plattformen, sondern darum, was wir dort zeigen. Soziale Medien können viel Gutes bewirken, wenn Menschen darin nicht vorgeführt werden.
Würde wahren ist eine Kampagne von UNSICHTBAR e.V. Wir sind ein ehrenamtlicher Verein und für Menschen da, die in Armut, ohne Wohnung oder einsam leben. Schirmherr der Kampagne ist Regierungspräsident Heinrich Böckelühr von der Bezirksregierung Arnsberg.
Ja. In unseren ersten Jahren haben auch wir Menschen in Not fotografiert. Wir haben daraus gelernt und unser altes Bildmaterial entfernt. Sollte doch noch irgendwo ein altes Foto auf unseren Seiten auftauchen, gebt uns bitte Bescheid. Wir sind alle nur Menschen.
Nein, und das mit Absicht. Unsere Bilder entstehen mit KI. So muss kein Mensch in Not fotografiert werden, damit wir zeigen können, worum es geht.
Wir finden: im Gegenteil. Ein KI-Bild zeigt keinen echten Menschen. Niemand wird bloßgestellt, niemand wird auffindbar, niemand muss Jahre später sein Bild im Netz wiederfinden. Genau darum geht es uns. Wir sagen offen, dass unsere Bilder mit KI entstehen, und wir nutzen sie, um eine Situation zu zeigen, nicht um einen Menschen vorzuführen.
Die Inhalte, die Erfahrungen und die Haltung stammen von uns, von Menschen, die sich seit 2015 ehrenamtlich bei UNSICHTBAR e.V. engagieren. Beim Formulieren und Korrigieren hilft uns KI, so wie anderen ein Lektorat hilft.
Die Absicht ist oft gut. Aber der Mensch auf dem Bild wurde nicht gefragt und kann nicht weggehen. Ein Foto verrät, wo jemand schläft, und es bleibt im Netz, auch wenn sich sein Leben längst wieder gefügt hat. Wer zeigen will, wie wichtig Hilfe ist, kann das auch ohne Gesicht und ohne Schlafplatz: mit Worten, mit Zahlen aus sicheren Quellen oder mit Bildern aus unserem kostenlosen Bilderpool.
Bilder dürfen berühren. Aber sie müssen dafür niemanden bloßstellen. Eine ehrliche Geschichte, eine Begegnung oder eine Illustration bewegen oft mehr als ein Foto, auf dem jemand hilflos daliegt. Unsere Bildergeschichte auf der Startseite zeigt, wie das geht.
Ein schnelles „Ja“ reicht nicht. Wer ein Foto von einem Menschen veröffentlichen will, braucht in aller Regel seine Einwilligung. Das ergibt sich aus dem Recht am eigenen Bild (§ 22 Kunsturhebergesetz) und aus dem Datenschutzrecht (DSGVO). Wirksam ist eine Einwilligung nur, wenn sie
Außerdem muss der Mensch in diesem Moment verstehen können, was er erlaubt und welche Folgen das für ihn haben kann. Wer betrunken ist, unter Drogen steht, in einer akuten Krise steckt, friert oder hungert, kann das oft nicht.
Frag dich deshalb auch: Würde dieser Mensch Ja sagen, wenn es ihm gut ginge? Und was passiert mit dem Bild in fünf Jahren? Im Zweifel gilt: lieber kein Bild.
Das ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Im Einzelfall hilft eine rechtliche Beratung.
Wenn jemand selbst ein Foto möchte, kann das ein echter Wunsch sein, zum Beispiel ein Bild zur Erinnerung, das er selbst behält. Dann gilt alles, was zur Zustimmung gesagt ist. Anders ist es, wenn Geld, Essen oder ein Kaffee im Spiel sind: Wer etwas dringend braucht, sagt fast immer Ja. Hilfe darf deshalb nie an ein Foto gebunden sein.
Leider oft nicht. Der Ort, die Kleidung, der Hund, der Schlafsack oder die Ecke, in der jemand schläft, verraten einen Menschen trotzdem. Wer ihn kennt, erkennt ihn, und wer ihn sucht, findet ihn. Ein verpixeltes Gesicht schützt deshalb nicht vor dem, worum es uns geht.
Nicht jedes Bild ist respektlos. Drei Fragen helfen: Würde ich wollen, dass man mich so zeigt? Hat dieser Mensch wirklich frei Ja gesagt? Hilft das Bild ihm oder nur meiner Reichweite? Eine Dokumentation dient dem Menschen und schützt sein Gesicht und seinen Ort. Eine Bloßstellung dient dem Publikum.
Bitte nicht. Jedes Teilen bringt das Bild wieder in Umlauf und verletzt den Menschen darauf ein weiteres Mal, auch wenn es gut gemeint ist. Besser: den Beitrag bei der Plattform melden und unser Kommentar-Bild darunter setzen.
Teile es nicht weiter, auch nicht, um dich darüber aufzuregen. Melde den Beitrag direkt bei der Plattform, die meisten haben dafür bei jedem Beitrag eine Meldefunktion. Und setz unser Kommentar-Bild darunter, damit andere sehen, dass hier eine Grenze überschritten wurde.
Sprich den Menschen an und frag, ob er etwas braucht. Ein Gruß, ein warmes Getränk, ein paar ehrliche Minuten sind oft mehr wert, als man denkt. Wenn jemand verletzt ist, nicht ansprechbar wirkt oder in Gefahr ist: Ruf sofort den Notruf 112.
Ganz einfach mit einem Klick auf der Startseite, ohne Namen und ohne E-Mail. Oder du trägst dich über das Mitmach-Formular mit deinem Namen auf unserer Unterstützerwand ein. Bilder für Story, Profilbild und Kommentare findest du unter Medien.
Ganz egal, ob ihr ein kleiner Verein oder ein großes Unternehmen seid: Über das Mitmach-Formular könnt ihr euch mit Namen und Logo auf unsere Unterstützerwand setzen lassen, gern mit einem eigenen Satz, warum ihr dabei seid. Plakate, Flyer und Aufkleber gibt es kostenlos zum Herunterladen unter Medien.
Ja, gern. Plakate, Flyer, Aufkleber und Bilder für eure Kanäle dürft ihr kostenlos herunterladen und im Sinne der Kampagne nutzen.
Nein. Mitmachen, Material herunterladen und Bilder aus dem Bilderpool nutzen ist kostenlos.
Nein. Du kannst Würde wahren unterstützen, ohne Mitglied zu werden. Mit einem Klick auf der Startseite geht das sogar ganz ohne Namen und ohne E-Mail. Wenn du möchtest, kannst du dich auch mit deinem Namen auf der Unterstützerwand eintragen lassen.
Ja. Einsatzkräfte erleben oft, wie schnell an einem Einsatzort die Handys oben sind. Mit Würde wahren im Einsatz laden wir Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ein, ihre Erfahrungen einzubringen.
Weil der Umgang mit Bildern und sozialen Medien früh beginnt und Haltung dort entsteht. Mit Würde wahren macht Schule gibt es Material für den Unterricht, mitgestaltet von Lehrkräften.
Ja, gern, an Schulen, in Vereine, Unternehmen und Einrichtungen. Schreibt uns über das Formular Vortrag anfragen.
Per E-Mail an kontakt@wuerde-wahren.de. Wir sind ehrenamtlich unterwegs, eine Antwort kann deshalb manchmal ein paar Tage dauern.
Deine Frage ist nicht dabei? Schreib uns an kontakt@wuerde-wahren.de.