Dann helfen.GekröntBeispiel
Wir bringen die Frage ins Klassenzimmer, die sonst keiner stellt, bevor jemand auf den Auslöser drückt.
Ein Handyvideo dauert ein paar Sekunden.
Für den Menschen darauf kann es ein Leben lang bleiben.
Wir alle haben heute ständig eine Kamera dabei, Jung und Alt. Ein Griff in die Tasche, und schon ist ein Moment festgehalten. Meistens ist das etwas Schönes. Manchmal aber ist es ein Mensch, der auf einer Bank schläft. Einer, der gestürzt ist. Eine Frau, der gerade alles zu viel wird.
Wer dann draufhält, meint es fast nie böse. Es ist ein Reflex, den viele kennen, Erwachsene genauso wie Jugendliche.
Genau diesen Reflex wollen wir unterbrechen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger. Sondern mit einer Frage, die jeder für sich beantworten kann:
Würde ich so gezeigt werden wollen?
Ihr müsst nicht warten, bis ihr groß seid.
Eine Klasse, die nicht mehr draufhält, verändert schon etwas.
Jede Schule, die mitmacht, bekommt hier ihren Platz. Mit Namen und Ort, für alle sichtbar. Damit jeder sieht: An dieser Schule schaut man hin, statt draufzuhalten. Darauf dürft ihr stolz sein.
Sie helfen uns dabei, das Material aktuell zu halten und immer weiter zu verbessern.

Er ist 15. Nach dem Training wartet er mit drei Freunden am Bahnhof auf den Bus. Was dann passiert, dauert keine Minute. Und hört nicht mehr auf.
Auf einer Bank schläft ein Mann unter einer grauen Decke. Einer der Freunde lacht, zückt das Handy und zoomt auf sein Gesicht. „Guck mal, der schnarcht.“
Das Video ist in der Klassengruppe. Alle lachen mit. Keiner fragt.
Jemand hat es bei TikTok hochgeladen. 2.000 Aufrufe. In den Kommentaren steht, an welchem Bahnhof das war.
Der Mann wird auf seiner Bank geweckt. Von Fremden, die ihn „mal live sehen“ wollen.
Ein Handy ist schneller als ein Gedanke.
Diese Stunde schenkt den Gedanken.
Die Geschichte ist ausgedacht. So ähnlich erleben wir sie in unserer Arbeit auf der Straße immer wieder.
Nach 1 Minute1 Foto. 1 Handy.
Nach 5 MinutenIm Klassenchat, 25 Menschen.
Nach 1 StundeJeder schickt es in 5 weitere Gruppen, schon sind es über 3.000.
Nach 1 TagHochgeladen, kopiert, gespeichert.
Nach 1 WocheLöschen? Das Original vielleicht. Die Kopien nie.
Es ist nicht mehr deins. Und es war nie seins.
Rechenbeispiel, keine Messung: 25 Menschen im Klassenchat, jeder leitet in 5 Gruppen mit je 25 Mitgliedern weiter (25 × 5 × 25 = 3.125). 84 % der Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen sind in einem Klassen- oder Stufenchat (Bitkom 2025). Falschmeldungen erreichen 1.500 Menschen etwa sechsmal schneller als wahre Nachrichten (MIT, Science 2018).

Alles ist fertig: Ablauf, vier Fallgeschichten, Arbeitsblatt zum Kopieren und Hinweise für einen sicheren Rahmen. Kostenlos und ohne Vorkenntnisse einsetzbar.
Für Klasse 5 bis 13 und Berufskollegs. Die Stunde, die die Augen öffnet.
PDF herunterladen · 8 SeitenFür Klasse 7 bis 13 und Berufskollegs. Mit Rollenspiel „Was sage ich, wenn mein Freund filmt?“ und einer eigenen Botschaft für die Schule.
PDF herunterladen · 10 SeitenAm Ende gestalten die Schülerinnen und Schüler selbst etwas: ein Plakat, ein kurzes Video, eine Präsentation oder eine Story. Ganz ohne Anmeldung, ganz ohne Konto.
Rechtlich auf der sicheren Seite: Bei Minderjährigen braucht es die Einwilligung der Eltern. Die Schule bewahrt sie auf, beim Einreichen wird sie bestätigt. Auf der Schulwand stehen nur Schule, Ort und Klasse, nie die Namen von Schülerinnen und Schülern.
Hier dürfen nicht nur Erwachsene sagen, was besser geht.
Hier dürft ihr es auch.
Eine Fallgeschichte klingt unecht? Ein Arbeitsblatt langweilt? Ihr habt eine Idee, die viel mehr bewirkt als unsere? Schreibt es uns. Schülerinnen und Schüler genauso wie Lehrerinnen und Lehrer, alle auf Augenhöhe.
Wir reden viel zu wenig miteinander in der heutigen Zeit. Findet ihr nicht auch? Stattdessen hängen wir am Handy oder fotografieren wild drauflos. Wie seht ihr das?
Lasst uns herausfinden, wie schön es sein kann, miteinander zu sprechen, und damit die Welt ein bisschen bunter zu machen. Ein bisschen bunter wäre doch wirklich schön.
Ob groß oder klein: Gemeinsam schaffen wir das.
Nicht mit Sternchen. Jede Schule und jeder Besucher kann für eine Arbeit eine Biene geben. Und von Zeit zu Zeit krönen wir ein Projektvideo und eine Präsentation. So wird die Wand aussehen, die ersten echten Arbeiten folgen bald.
Gern erzählen wir euren Schülerinnen und Schülern selbst, was wir auf der Straße erleben. Und warum ein Foto für einen Menschen in Not so viel mehr bedeutet als für den, der es macht.
Unsere Vorträge halten wir ehrenamtlich. Während des Vortrags ist immer eine Lehrkraft im Raum.
Vielleicht reicht schon eine Stunde.
Und eine Hand, die sich hebt,
bevor eine andere das Handy hebt.
Fragen zum Material, Ideen oder einfach erzählen, wie es in eurer Klasse gelaufen ist?
Schreibt uns an kontakt@wuerde-wahren.de. Wir hören zu.
Eine Kampagne von UNSICHTBAR e.V. · Ehrenamtlich, seit 2015.
Startseite · Impressum · Datenschutz