Eine Kampagne von UNSICHTBAR e.V.

Elend ist kein Content.

Hinter jedem Video von einem Menschen in Not steht ein Mensch, der nicht gefragt wurde. Der nicht weggehen konnte. Der morgen vielleicht wieder an derselben Stelle schläft, nur dass ihn jetzt alle finden.

Sieh hin. Hilf. Aber halte nicht drauf.

Kampagnenmotiv: Eine Hand hält ein Smartphone, auf dem Bildschirm steht STOP. Elend ist kein Content. Darunter: Würde wahren – Dein Klick nimmt Würde.
Worum es geht

Würde endet nicht dort, wo ein Mensch nichts mehr hat.

Auf der Straße gibt es keine Tür, die man hinter sich schließen kann. Wer dort schläft, ist ausgeliefert. Dem Wetter, der Nacht und jedem Handy, das auf ihn gerichtet wird.

Und jeden Tag landen solche Bilder im Netz. Menschen, die betrunken sind, krank, verzweifelt oder einfach nur müde. Ungefragt. Für Likes, für Reichweite, manchmal sogar aus ehrlichem Mitleid. Doch was einmal online ist, bleibt. Und es zeigt nicht nur einen Menschen, es zeigt auch, wo man ihn findet.

Würde wahren setzt dem etwas entgegen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einer einfachen Haltung:

01

Hinsehen.

Nimm den Menschen wahr, nicht das Motiv. Wer wirklich hinsieht, braucht keine Kamera.

02

Hingehen.

Ein Gruß, eine Frage, ein warmes Getränk. Ein kurzer Moment echter Begegnung ist mehr wert als jedes Video.

03

Helfen.

Hilfe braucht kein Publikum. Im Notfall den Rettungsdienst rufen, alles andere geschieht am besten leise.

Ein Moment. Nur für dich.

Es ist kurz nach Mitternacht. Du gehst durch die Innenstadt nach Hause. In einem Hauseingang liegt ein Mann auf einer dünnen Decke. Neben ihm ein Rucksack. Er schläft.

Ein Moment. Nur für dich.

Du hast dein Handy schon in der Hand. Ein Foto wäre schnell gemacht. Vielleicht willst du zeigen, wie schlimm es ist. Vielleicht willst du, dass andere endlich aufwachen.

Was tust du?

Und jetzt dreh es um.

Du bist der Mensch im Hauseingang. Du hast deine Wohnung verloren, deine Arbeit, vielleicht deine Familie. Heute Nacht hast du nur noch diese Decke. Und jemand hält ein Handy auf dich.

Am nächsten Morgen

Das Video hat 40.000 Aufrufe. Deine Tochter sieht es. Dein früherer Kollege sieht es. Und auch der Mann, dem du noch Geld schuldest. Jetzt weiß er, wo du schläfst.

So würdest du nicht gezeigt werden wollen.
Niemand will das.

Genau darum geht es.
Ehrlich gesagt

Auch wir haben es falsch gemacht.

In unseren ersten Jahren haben auch wir Menschen in Not fotografiert. Wir dachten, wir zeigen damit, wie wichtig Hilfe ist. Erst mit der Zeit haben wir verstanden, was wir ihnen damit genommen haben.

Heute zeigen wir keine Menschen in Not mehr, und wir haben alle Bilder aus dieser Zeit entfernt. Sollte doch noch irgendwo eines auftauchen, sag uns bitte Bescheid. Wir sind alle nur Menschen.

Vielleicht stehst du gerade da, wo wir damals standen. Dann ist das kein Grund, dich zu schämen. Sondern ein guter Moment, umzudenken.

Auf der Autobahn

Am Unfallort nennen wir es Gaffen.

In der Innenstadt

Im Hauseingang nennen wir es Content.

Wer an einer Unfallstelle das Handy zückt, erntet Kopfschütteln. Zu Recht. Doch wenn derselbe Mensch nachts einen Obdachlosen filmt, nennt er es Aufklärung. Dabei ist es dasselbe: Ein Mensch kann sich nicht wehren, und ein anderer macht daraus ein Bild.

Das Gesetz gibt es.

Wer ein Bild herstellt oder verbreitet, das die Hilflosigkeit eines Menschen zur Schau stellt, kann sich strafbar machen. Es drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Das gilt an der Leitplanke genauso wie im Hauseingang.

§ 201a StGB

Nur nutzt es kaum jemand.

Verfolgt wird diese Tat in der Regel nur, wenn der Betroffene selbst Strafantrag stellt. Doch wer auf der Straße lebt, geht selten zur Polizei, um einen Influencer anzuzeigen. So schützt das Gesetz ausgerechnet die am wenigsten, die sich am wenigsten wehren können.

§ 205 StGB

Eine Unterschrift für einen Kaffee ist nichts wert.

Eine Einwilligung zählt nur, wenn sie freiwillig ist, wenn der Mensch versteht, wozu er Ja sagt, und wenn er in diesem Moment überhaupt entscheiden kann. Wer friert, hungert, betrunken ist oder für einen Schlafsack unterschreibt, entscheidet nicht frei. Und beweisen muss das der, der veröffentlicht.

§ 22 KunstUrhG

Diese Hinweise geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Rechtsberatung.

Ein Foto. Sechs Momente.

Was ein einziges Foto anrichten kann.

Niemand, der ein solches Foto macht, will einem Menschen schaden. Und trotzdem kann genau das passieren. Nicht irgendwo, sondern in einer ganz normalen Innenstadt. Vielleicht in deiner.

Ein Mensch schläft im lime-grünen Schlafsack in einem Ladeneingang vor einem heruntergelassenen Rollgitter, nachts in einer leeren Fußgängerzone1
Ein ganz gewöhnlicher Abend. Im Eingang eines Ladens schläft ein Mensch. Unsichtbar für die meisten.
Eine Hand hält ein Smartphone hoch und fotografiert den schlafenden Menschen im Ladeneingang2
Bis jemand stehen bleibt. Ein Foto. „Schaut mal, wie schlimm es bei uns geworden ist.“ Gut gemeint. Vielleicht.
Ein Smartphone zeigt einen Social-Media-Beitrag mit dem Foto vom Schlafplatz, vielen Herzen, Kommentaren und einem grünen Standort-Pin3
Der Beitrag wird geteilt, geliked, kommentiert. Und irgendwer schreibt hilfsbereit dazu, wo genau das ist.
Eine Person sitzt von hinten gesehen in einer kargen Wohnung und betrachtet auf dem Handy das Foto mit dem Standort-Pin4
Am nächsten Morgen sieht es auch jemand, der nicht helfen will. Für ihn ist das Bild kein Hilferuf. Es ist eine Wegbeschreibung.
Der Ladeneingang ist leer und abgesperrt, Blaulicht von Feuerwehr und Rettungswagen spiegelt sich auf dem nassen Pflaster5
In der Nacht darauf: Sirenen. Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei. Und ein Mensch, der gestern noch hier geschlafen hat, kämpft um sein Leben.
Der Mensch schläft unversehrt im Ladeneingang, darüber leuchtet eine große lime-grüne Stopp-Hand als schützendes Zeichen6
Oder: Du lässt das Handy in der Tasche. Und er wacht morgen früh einfach wieder auf.

Manchmal braucht es dafür nicht einmal ein Gesicht. Es reicht ein Schlafplatz im Hintergrund. Ein Straßenschild am Bildrand. Ein Tattoo auf einer Hand.

Kein Bild. Kein Ort. Kein Hinweis.

Nicht, weil wir übertreiben. Sondern weil wir wissen, wie schnell aus einem Klick ein Weg wird.

Diese sechs Bilder erzählen eine ganze Geschichte und zeigen keinen einzigen echten Menschen. Ein einziges Handyfoto zeigt einen Menschen und kann ihn das Leben kosten. Merkste was?

Das ist keine ausgedachte Geschichte. Jeden Tag registriert die Polizei in Deutschland im Schnitt rund sieben Straftaten gegen obdachlose Menschen. Jede Tat, die nicht passiert, ist ein Einsatz weniger. Warum das so wichtig ist ↓

Bevor du filmst

Drei Fragen, bevor du das Handy hebst.

Es dauert nur einen Atemzug. Aber dieser eine Moment entscheidet, ob ein Mensch morgen im Netz zu sehen ist oder nicht.

  1. 1

    Würde ich wollen, dass man mich so zeigt?In meiner schwersten Stunde, an meinem schlechtesten Tag.

  2. 2

    Hat dieser Mensch wirklich frei Ja gesagt?Nüchtern, ohne Not, ohne Gegenleistung, und mit dem Wissen, wer das Bild sehen wird.

  3. 3

    Hilft das Bild ihm oder nur meiner Reichweite?Wenn ich ehrlich bin.

Zögerst du bei einer Frage? Dann bleibt das Handy in der Tasche.

Was du stattdessen tun kannst

Ansprechen

Ein einfaches „Brauchen Sie etwas?“ ist mehr wert als tausend Klicks. Und wenn jemand Nein sagt, ist auch das in Ordnung.

112Im Notfall anrufen

Wenn jemand verletzt ist, nicht ansprechbar oder in Gefahr: sofort den Rettungsdienst rufen. Bei Gewalt die Polizei unter 110.

Hilfe vor Ort einschalten

In vielen Städten gibt es Kältebusse, Streetwork und Notunterkünfte. Ein Anruf dort hilft oft mehr als jedes Video.

Nicht teilen, sondern melden

Siehst du so ein Video im Netz: nicht liken, nicht kommentieren, nicht weiterleiten. Melde es bei der Plattform.

Für Medien und Journalisten

Über Not berichten, ohne Menschen vorzuführen.

Ein Foto ist schnell gemacht. Ein Schlafplatz, ein Hauseingang, ein Gesicht im Licht der Straßenlaterne. Für Sie ist es ein Motiv. Für den Menschen darauf kann es alles verändern.

Denn ein Bild zeigt mehr als Elend. Es zeigt, wo jemand schläft und wo man ihn findet. Und nicht jeder, der es sieht, meint es gut: der, dem er Geld schuldet, der, vor dem er geflohen ist, der, der einfach nur Gewalt sucht. Menschen auf der Straße wurden geschlagen, bestohlen, angezündet. Manchmal reicht ein einziges Bild, um sie wiederzufinden.

Eine ausgeschaltete Fernsehkamera auf einem Stativ auf einem leeren Gehweg am Abend

Ihr eigener Anspruch

Der Pressekodex und die Programmgrundsätze der Sender verpflichten zur Achtung der Menschenwürde und warnen vor unangemessen sensationeller Darstellung. Wir fordern nichts Neues. Wir bitten nur darum, diesen Anspruch auch dort ernst zu nehmen, wo sich niemand beschweren kann.

So geht es besser

  • Hände statt Gesichter
  • Gegenstände, die eine Geschichte erzählen
  • Stimmen ohne Bild, anonymisiert
  • Illustrationen statt Fotos
  • Die Helfenden zeigen, nicht die Hilflosen
  • Nie Orte, Schlafplätze oder Wege

Wir unterstützen Sie

Seit elf Jahren sind wir auf der Straße unterwegs. Wir stehen für Hintergrundgespräche zur Verfügung, teilen unsere Erfahrungen und helfen Ihnen, eine starke Geschichte zu erzählen, ohne dass dafür ein Mensch bloßgestellt wird.

Wir haben lieber auf Fernsehberichte verzichtet, als Menschen vor die Kamera zu stellen, die nicht gefragt wurden.

Trotzdem geben wir die Hoffnung nicht auf. Es gibt Redaktionen, denen Erfahrung mehr bedeutet als die schnelle Sensation. Denn ein Bild ist nach der Sendung nicht vorbei. Die Tochter sieht es. Die Freunde sehen es. Und selbst wenn sich das Leben irgendwann wieder fügt, mit einer Wohnung, einer Arbeit, einem neuen Anfang: Das Bild bleibt. Es wartet auf den Moment, in dem jemand fragt: Bist du das nicht?

UNSICHTBAR e.V.
Bilderpool

Bilder, die erzählen, ohne bloßzustellen.

Wer über Armut und Obdachlosigkeit berichten will, braucht Bilder. Aber keine von Menschen, die sich nicht wehren können. Darum stellen wir diese Bilder kostenlos zur Verfügung: für Redaktionen, Vereine, Schulen, Blogs und Social Media.

KostenlosFrei verwendbarKein Mensch in Not zu sehen
Alle 30 Bilder ansehen und herunterladen

Alle Bilder sind mit künstlicher Intelligenz erstellt und zeigen keine realen Personen oder Orte. Ihr dürft sie frei verwenden, auch bearbeitet und zugeschnitten. Wir freuen uns über den Hinweis: Bild: Würde wahren / UNSICHTBAR e.V. Bitte verwendet die Bilder nicht in einem Zusammenhang, der Menschen in Not herabsetzt oder vorführt.

Für die Presse

Fertige Pressetexte zum Übernehmen

Drei Fassungen in unterschiedlicher Länge. Ihr dürft sie frei verwenden, kürzen und anpassen. Für Rückfragen und Hintergrundgespräche sind wir gern da.

Pressetexte öffnen (kurz, mittel, lang)
Elend ist kein Content: Kampagne „Würde wahren“ startet Ennepetal/Hagen. Der Verein UNSICHTBAR e.V. ruft mit der Kampagne „Würde wahren“ dazu auf, Menschen in Not nicht zu fotografieren oder zu filmen. Der Verein spricht dabei offen über eigene Fehler: Auch er hat früher Menschen in Not fotografiert und daraus gelernt. Solche Bilder verletzen die Würde der Betroffenen und können sie in Gefahr bringen, weil sie zeigen, wo jemand schläft. Auf wuerde-wahren.de finden Interessierte drei Fragen für den Moment vor dem Foto, einen Würde-Kodex für Helfende und einen kostenlosen Bilderpool für Redaktionen und Vereine. Pressekontakt: UNSICHTBAR e.V., Holger Brandenburg, holger.brandenburg@unsichtbar-ev.de
Material

Damit die Botschaft dort ankommt, wo Menschen hinsehen.

Plakate für Schulflure und Vereinsheime, Flyer zum Mitnehmen, Aufkleber für den öffentlichen Raum. Für Schulen, Vereine, Einrichtungen und alle, die mithelfen wollen, dass aus Zuschauern Menschen werden, die hinsehen.

Würde-wahren-Plakat an der Wand eines Schulflurs
PlakateFür Schulen, Vereine und öffentliche Einrichtungen
Stapel Würde-wahren-Flyer auf einem Holztisch
FlyerKompakt zum Mitnehmen und Weitergeben
Runder Würde-wahren-Aufkleber an einem Laternenmast
AufkleberEin kleines Zeichen mit großer Wirkung
Die Downloadmöglichkeit für Plakate, Flyer und Aufkleber folgt in Kürze.
Vorträge

Vorträge, die bleiben

Über Würde, Obdachlosigkeit, Armut und Einsamkeit. Ungeschminkt, ehrlich und unbequem, wo es wehtut. Für Schulen, Vereine, Unternehmen und Einrichtungen.

Mehr über unsere Vorträge

Es beginnt meistens leise. Mit einem Bild auf einem Handy. Ein Mann in einem Hauseingang. Eine Frau auf einer Bank. Ein Schlafsack im Regen. Jemand hat draufgehalten. Jemand hat es geteilt. Und irgendwo hat jemand darüber gelacht.

Wir waren dort, wo solche Bilder entstehen. Nachts, auf der Straße, direkt neben dem Menschen, der darauf zu sehen ist. Oft kennen wir seinen Namen. Wir haben gesehen, was es mit einem Menschen macht, wenn sein Elend zum Video wird.

Genau davon erzählen wir. Ungeschminkt. Ohne Folien voller Zahlen, ohne erhobenen Zeigefinger. Wir sprechen über Obdachlosigkeit, Armut und Einsamkeit. Über Gaffen und Filmen. Über Scham. Über Würde. Und darüber, was jeder Einzelne tun kann, statt draufzuhalten. Ehrlich. Laut, wo es laut sein muss. Unbequem, wo es wehtut.

Unsere Vorträge sind kein Unterricht. Sie sind ein Perspektivwechsel. Für Schulklassen, Vereine, Unternehmen, Einrichtungen und alle, die nicht länger wegsehen wollen. Wer uns zugehört hat, schaut danach anders auf die Straße. Und anders auf sein Handy.

Am Ende wird es im Raum meistens wieder still. Und dann bleibt eine einzige Frage stehen: Was hätte ich getan?

Wenn ihr diese Frage auch in eure Schule, euren Verein oder euer Team holen möchtet, schreibt uns. Wir kommen gern zu euch. Ehrenamtlich, ehrlich und mit offenem Herzen.

Vortrag anfragen

Mitmachen

Mach mit. Teile die Haltung, nicht das Elend.

Ob privat, in der Schule, im Verein oder im Beruf: Jede und jeder kann etwas tun. Manchmal reicht schon ein Satz, ein Plakat im Flur oder der Mut, bei einem geteilten Video zu fragen: Wurde der eigentlich gefragt?

Deine Stimme für Würde wahren.

Vielleicht hast du schon einmal weggesehen, als jemand das Handy gezückt hat. Vielleicht hast du etwas gesagt. Vielleicht denkst du erst seit heute anders darüber. Erzähl es uns. Ein Satz reicht. Was bedeutet Würde wahren für dich?

Mit deiner Erlaubnis veröffentlichen wir deine Worte hier, mit deinem Vornamen oder ganz ohne Namen, so wie du es möchtest.

Meine Stimme abgeben

Bald gesucht: Botschafterinnen und Botschafter.

Manche Menschen nicken, wenn sie von Würde wahren hören. Andere stehen auf und gehen voran.

In Zukunft suchen wir genau diese Menschen – in ganz Deutschland. Menschen, die die Würde nach außen tragen. Mit Haltung, mit Fingerspitzengefühl und mit einem langen Atem.

Noch ist es nicht so weit. Aber wenn du dich schon jetzt angesprochen fühlst, dann melde dich gern. Wir merken dich vor und melden uns, sobald es losgeht.

Vormerken lassen

Der Würde-Kodex.

Für alle, die helfen. Nicht nur ein bisschen.

Helfen heißt schützen. Ganz oder gar nicht.

  1. Ich helfe leise.Gute Taten brauchen kein Publikum. Nur ein offenes Herz.
  2. Ich lasse die Kamera in der Tasche.Auch mit bester Absicht. Mitleid ist keine Erlaubnis.
  3. Ich verrate keinen Ort.Wer zeigt, wo jemand schläft, zeigt auch, wo man ihn findet.
  4. Ich tausche nicht.Ein Kaffee ist kein Vertrag. Ein Schlafsack ist kein Honorar.
  5. Ich klicke nicht mit.Kein Like, kein Teilen, kein Applaus für Bilder, die Menschen vorführen. Auch nicht von denen, die ich mag.
  6. Ich wähle meine Worte.Ich spreche über andere so, wie ich möchte, dass man über mich spricht.
  7. Ich stelle mir eine Frage.Vor jedem Foto. Vor jedem Klick. Würde ich so gezeigt werden wollen?

Wer so hilft, hilft doppelt. Mit der Hand. Und mit Respekt. Denn das Letzte, was ein Mensch noch hat, darf ihm keiner nehmen: seine Würde.

Ein Klick

Keine Zeit für Formulare? Dann klick einfach.

Jeder Klick zeigt: Elend ist kein Content. Du wirst mitgezählt – ohne Namen, ohne E-Mail. Danach kannst du dir ein Bild für deine Story, deinen Beitrag oder deinen Blog mitnehmen.

5Menschen wahren schon die Würde.

Freiwillig: Mit Vornamen auf die Unterstützerwand

Danke. Schön, dass du hinsiehst.

Jetzt weitertragen – das ist der wichtigste Klick.

In Sekunden mitnehmen

Fertig für Instagram, Facebook, WhatsApp und deinen Blog.

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Wer dahintersteht

Zeig, dass du hinter Würde wahren stehst.

Vereine, Schulen, Einrichtungen, Unternehmen und Menschen wie du: Jedes Logo und jeder Name auf dieser Wand sagt laut, dass Elend kein Content ist. Je mehr es werden, desto schwerer ist es, wegzusehen.

Tipp auf ein Logo und lies, warum sie dabei sind.

Euer Logo hier?

Menschen, die dahinterstehen

  • Beate Nettmann-Roy
  • Lars & Ramona Gräfe
  • Beate Wachsmann
Tuschezeichnung: Nachts stehen ein Streifenwagen und ein Rettungswagen mit Blaulicht am Straßenrand. Eine Sanitäterin und ein Polizist gehen von hinten gesehen auf einen Hauseingang zu, in dem ein Schlafsack liegt.

Stell dir vor, es wäre nichts mehr zu finden.

Kein Gesicht im Netz. Kein Schlafplatz in einem Video. Keine Ecke, die jemand mit dem Handy für alle sichtbar gemacht hat.

Jeden Tag registriert die Polizei in Deutschland im Schnitt rund sieben Straftaten gegen obdachlose Menschen. Allein 2025 waren es 2.663 erfasste Opfer, neun von ihnen haben es nicht überlebt. Wie viele Angriffe es wirklich sind, weiß niemand. Viele werden nie angezeigt, und mehr als jeder Zweite, der auf der Straße lebt, hat schon Gewalt erlebt.

Hinter jeder dieser Zahlen stehen ein Mensch, der verletzt wurde, und Polizistinnen, Polizisten, Sanitäterinnen und Sanitäter, die mitten in der Nacht ausrücken, obwohl sie längst am Limit sind.

Wer filmt und teilt, macht Menschen auffindbar. Wer das Handy in der Tasche lässt, schützt sie, und schützt am Ende auch die, die sonst kommen müssten.

Jede Tat, die nicht passiert, ist ein Einsatz weniger.

An dieser Stelle danken wir allen Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst für ihren täglichen Einsatz. Und wir entschuldigen uns bei ihnen für all jene, die noch nicht verstanden haben, was Verantwortung bedeutet, und weiter die fotografieren, die sich am wenigsten wehren können.

Quellen: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (Antwort der Bundesregierung, Deutscher Bundestag), Wohnungslosenbericht der Bundesregierung.

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